Abonnements für Normen

„Wir begleiten die Unternehmen in ihrem Wachstum“
Ausgabe
4 min
Ein Mann mit weißem Hemd und Lächeln im Gesicht.

Ein Interview mit Jens Hagemann über die Vorteile von Abonnements für Normen und Standards und an welchen Services der Beuth Verlag aktuell arbeitet.

Herr Hagemann, warum sich für ein Abo verpflichten, wenn man auch einzeln kaufen kann?

Gegenfrage: Wer hat heute kein Abo? Dabei denke ich nicht an klassische Print-Abos für Zeitungen oder Zeitschriften, hier sind die Zahlen in vielen Fällen rückläufig. Wenn es jedoch um digitale Angebote geht, liegen Abonnements absolut im Trend – man denke nur an die zahlreichen Streamingdienste für Serien und Filme oder an die zig Millionen Songs, auf die man dank Abo per Smartphone Zugriff hat. Selbst die Bahncard ist eine Art Abonnement. Dieses Geschäftsmodell trifft absolut den Zeitgeist, insbesondere bei den jüngeren Generationen, die digitale, flexible Angebote erwarten. Deshalb arbeiten wir beim Beuth Verlag daran, weitere maßgeschneiderte Abo-Angebote für Unternehmen im Bereich der Normung und Standardisierung zu entwickeln und unsere bestehenden Abo-Lösungen auszubauen.

Lässt sich Streaming für Privatnutzer tatsächlich mit Abo-Modellen für Normen vergleichen?

Zwischen Abos im privaten und beruflichen Umfeld gibt es größere Gemeinsamkeiten, als Sie vielleicht vermuten. Und das sind vor allem die zahlreichen Vorteile. Ein Abonnement ist ein Rundum-sorglos-Paket mit einem häufig attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Man hat weniger Aufwand damit, als immer wieder einzelne Produkte oder Leistungen zu kaufen und aktuell zu halten. Ein weiterer Pluspunkt ist Flexibilität – oft gibt es für jeden Anspruch das passende Abo-Modell. Bei Abo-Lösungen für die Normung kommen aber noch weitere Vorteile für die Nutzer*innen dazu.

Welche Vorteile hat ein Abo-Modell für die Normung?

Für Unternehmen ist Compliance ein wichtiges Thema. Wer Normen erwirbt, will auch sicherstellen, dass diese intern urheberrechtskonform genutzt werden, und möchte möglichst wenig Aufwand mit Lizenzierungen haben. Mit einem möglichen Normen-Abonnement lässt sich das viel einfacher handhaben – Stichwort interne Prozesskosten –, als wenn ich als Unternehmen immer wieder einzelne Normen kaufe. Die Kund*innen müssen sich keine Gedanken zur Aktualität machen, wenn automatische Updates im Abo-Angebot enthalten sind. Oftmals ist auch die Netzwerklizenzierung zur Absicherung des Urheberrechts im Abo-Geschäftsmodell schon enthalten. Zudem ist von vornherein klar, welche Kosten sie einplanen müssen – oft sparen die Betriebe über solche Bezugsmodelle sogar. In Summe profitieren Unternehmen und ihre Normenanwender* innen so an vielen Stellen, dadurch können sie sich besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Digitalisierung steht für Beuth dabei im Fokus?

Ja, digitale Inhalte spielen eine zentrale Rolle für uns. Diese bieten unseren Kund*innen maximalen Komfort, vom Kauf bis hin zu Updates. Wenn wir uns zunehmend dabei auf Abos ausrichten, hilft uns das auch aus Dienstleistersicht: Wir haben so die einmalige Chance, zu erfahren, welche Normen und Inhalte unsere Kund*innen am meisten interessieren und wie sie arbeiten. Dadurch können wir unser Angebot stetig verbessern und optimal beraten. Dieses Potenzial haben wir nicht, wenn eine Person ein einzelnes Dokument erwirbt. Anhand der gewonnenen Informationen begleiten wir unsere Kund*innen in ihrem Wachstum mit passenden Lösungen und Services und können dazu beitragen, dass sich die Unternehmen mit den für sie relevanten Normen und Standards effizient weiterentwickeln. Wir pflegen so eine viel engere und auch langfristigere Kundenbeziehung. Es ist also eine klassische Win-win-Situation. Der Beuth Verlag bietet bereits einige Abo-Lösungen an, beispielsweise in Form von Netzwerklizenzen oder von Online-Diensten.

Was dürfen Normenanwender*innen diesbezüglich noch erwarten?

Wir arbeiten im Projekt „DIN Subscription“ derzeit mit Hochdruck daran, dass sich einzelne DIN-Normen künftig über ein digitales Abonnement beziehen lassen. Im Gegensatz zum Einzelkauf bieten wir damit ein Zugriffsrecht für die Abodauer. Insbesondere für Neukund*innen ist das eine niedrige Einstiegshürde, um ihren individuellen Normenbestand aufzubauen. Aktualisierungen und Features, die die Arbeit mit Normen unterstützen, sind ebenfalls enthalten. Das macht DIN Subscription aber auch für unsere Bestandskund*innen attraktiv. Damit wollen wir unsere Kund*innen noch besser unterstützen und einen möglichst einfachen Zugang zur Normenwelt ermöglichen. Noch sind einige offene Fragen zu klären, ich bin mir jedoch sicher, dass wir ein attraktives Abo-Angebot für Unternehmen schnüren können. Dabei denken wir auch schon an praktische zusätzliche Services, beispielsweise in Richtung SMART Standards, also maschinenlesbare Normen und Standards. Bis dahin sind unsere aktuellen Abo-Lösungen gute Alternativen zum Einzelkauf von Normen. Übrigens bieten wir beispielsweise Neukunden*innen für unsere Online-Dienste einen attraktiven Rabatt von 20 Prozent im ersten Abo-Jahr an.

Zur Person

Jens Hagemann ist seit 2017 Leiter Vertrieb im Beuth Verlag und seit Juli 2023 zusätzlich Geschäftsführer der DIN Software GmbH

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