Das Netzwerk der Normanwender*innen
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Carola Mentrup, Matthias Marzinko: Die Entwicklung der Norm - vom Papier-Dokument zum pdf-Dokument, das in xml umgewandelt werden kann.

Den Ausschuss Normenpraxis (ANP) gibt es seit rund hundert Jahren. Dort treffen sich Normungsverantwortliche aus verschiedenen Unternehmen und Branchen und diskutieren aktuelle normungsrelevante Themen.

Matthias Marzinkos Job dreht sich um Standards: Als Director International Standards Management beim Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik Dräger muss er die branchenrelevanten Normen im Blick behalten: So unterstützt er etwa die Produktentwicklung dabei, die Anforderungen bestimmter Normen umzusetzen – oder identifiziert passende Normen für Zertifizierungen. 2014 entschied sich Marzinko, eine Mitarbeiterin in den DIN-Ausschuss Normenpraxis (ANP) zu entsenden, um sich mit anderen Normungsexpert*innen zu vernetzen. „Beim ANP kann ich Themen und Herausforderungen aus meinem Berufsalltag mit Gleichgesinnten besprechen, weil sie uns alle ähnlich betreffen“, berichtet Carola Mentrup, Project Manager International Standards Management bei Dräger. „Gerade in Themenbereichen wie Digitalisierung, Interoperabilität, Nachhaltigkeit und KI sind wir auf einen breiten Austausch angewiesen. Im ANP diskutieren wir oft querschnittliche Themen, die in den inhaltlich orientierten Gremien bislang eher punktuell auf der Tagesordnung stehen.“

Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Normung

Das Anwender*innennetzwerk bringt rund 400 Normungsverantwortliche wie Mentrup aus Unternehmen in ganz Deutschland regelmäßig zusammen. Es fungiert als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Normung. In insgesamt 15 Gruppen, die regional und nach Themen und Branchen organisiert sind, diskutieren die Expert*innen etwa, wie sich Beschaffungs- und Verteilungsprozesse von Normen in den Unternehmen optimieren und in Werknormen übersetzen lassen und tauschen ihre Erfahrungen mit digitalen Lösungen für das Normenmanagement aus, die ihnen den Arbeitsalltag erleichtern. Darüber hinaus gibt das Netzwerk Feedback an DIN und DIN Media im Hinblick auf Normungsgrundlagen und anwender*innenfreundliche Normen und Standards. Der ANP ist auch international aktiv und arbeitet mit ähnlichen Organisationen anderer Länder zusammen.

„Als globales Familienunternehmen mit regulierten Produkten sind wir Mitglied vieler Normungsgremien auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Dabei ist es nicht die einzelne Norm, sondern die Abstimmung aller unserer Normungsaktivitäten und deren digitaler Anwendung, die wir in einem strategischen Kontext sehen müssen“, sagt Marzinko. Der Austausch im Netzwerk des ANP ist dabei sehr hilfreich.“

„Veränderung mitgestalten“

Carola Mentrup, Projektmanagerin im International Standards Management bei Dräger und stellvertretende Vorsitzende der Regionalgruppe Hamburg des Ausschuss Normenpraxis (ANP), setzt auf den Austausch mit anderen Unternehmen.

Wie sind Sie zum ANP gekommen?
Kennengelernt habe ich den ANP bei einer Schulung zur DIN-Normungsexpertin, die Teil meiner Einarbeitung bei Dräger war. Beigetreten bin ich kurz danach, denn dieser übergeordnete Blick und die Zusammenarbeit mit anderen Firmen bei übergreifenden Normungsthemen ergänzen unsere Arbeit in den einzelnen Gremien hervorragend. 

Warum engagieren Sie sich im ANP?
Weil es meine Arbeit im Normenmanagement bei Dräger erheblich erleichtert. Es ist ein großer Vorteil, mit anderen Firmen über mögliche Lösungen und Herausforderungen sprechen zu können.

Warum ist die Mitarbeit im ANP zusätzlich zu den klassischen Normungsthemen interessant?
Gerade Zukunftsthemen machen es interessant und auch relevant für Unternehmen. Meine Regionalgruppe arbeitet schon lange mit der Initiative digitale Standards (IDiS) zusammen. So sind wir dabei, wenn aus der klassischen die digitale Norm wird, die neue Arbeitsweisen, Werkzeuge und Formate mit sich bringt. In meiner Abteilung sehen wir es als unsere Aufgabe, diese Veränderung mitzugestalten.

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